Gesichtspflege

Gesichtscreme für trockene, empfindliche Haut

Was trockener Haut fehlt, ist Feuchtigkeit. Klar, die naheliegendste Lösung. Doch das stimmt nur zum Teil. Denn die ganz offen sichtbar trockene Haut (Schüppchen, Spannen, Jucken, Rötungen) kommt meist daher, dass die oberste Hautschicht nicht in der Lage ist, genug natürliche Hautfette einzulagern. Denn das Fett bewirkt, dass die obere Hautschicht wie ein feinmaschiger Pulli über den unteren Hautschichten liegt und verhindert, dass von dort zuviel Wasser an die Oberfläche gelangt und verdunstet. Bei trockener Haut gleicht die Oberhaut dagegen eher einem grob gestrickten Wollpulli, durch den der Wind (in diesem Fall das Wasser) pfeift.

Ein kleines Experiment zeigt das (sofern ihr trockene Haut habt). Trocknet euer Gesicht nach dem Duschen ganz normal ab, aber cremt es nicht ein. Bei mir passiert dann Folgendes: Die Haut wird knitterig, zeigt haarfeine Fältchen. Sie fühlt sich an wie Sandpapier und spannt. Erst nach einer guten halben bis Stunde lässt das Spannen nach und die Haut wird wieder weicher. Wenn das bei euch auch der Fall ist, dann habt auch ihr eine Oberhaut, die nicht genug eigenes Fett produziert.

Fett und Feuchtigkeit für trockene Haut

Diese Haut freut sich am meisten über ein gutes Angebot aus Fett und Feuchtigkeit. Es sollten Fette sein, die hautähnlich sind und gut verwertet werden können, um die Lücke in der Fettproduktion zu schließen. Gleichzeitig muss auch die Feuchtigkeit ersetzt werden, die die Haut durch die poröse Oberfläche verliert. Und spitze ist es, wenn Fett und Feuchtigkeit längerfristig aufgenommen werden können, damit die Wirkung nicht so schnell nachlässt. Ihr wisst ja, eine kosmetische Creme kann die Haut in ihren natürlichen Prozessen nur unterstützen, heilen kann sie nicht.

Eine Creme für trockene Oberhaut sollte deshalb aus mehreren Ölen bestehen, die sich ergänzen. Schnell einziehende, feuchtigkeitsspendende Öle zusammen mit langsam einziehenden und nährenden Ölen und Fetten. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einer Mischung als Mandelöl, Arganöl und Hanföl gemacht.

Mandelöl: Ein mittelschnell einziehendes Öl, das die Haut gut fettet und einen feinen Schutzfilm hinterlässt. Ein prima Basis-Öl für alle Hauttypen. Wem es in Kombination mit dem reichhaltigen Arganöl aber zu fettig ist, kann es gegen das wesentlich leichtere Jojoba- oder Aprikosenkernöl tauschen.

Arganöl: Ein supertolles Öl für trockene Haut. Es nährt und polstert die Haut auf, sodass Fältchen weniger Chancen haben. Dazu hilft es längerfristig, die Schutzbarriere der Haut, die ja durch fehlende Fette und Wasser angreifbar ist, aufrecht zu erhalten.

Hanföl: Ein sehr den Hautfetten ähnelndes Öl, das gut einzieht, die Haut weich macht, die Zellerneuerung ankurbelt und dann auch noch super gegen Entzündungen wirkt. Ein echtes Multitalent, das aber auch eine kleine Diva ist. Denn Hanföl verträgt weder Hitze noch Licht, deswegen muss es im Kühlschrank gelagert werden und darf erst zum Schluss in die Creme gerührt werden.

Sheabutter: Und schließlich brauchen wir noch ein Öl, das nur langsam einzieht und das erneute Austrocknen der Haut so lange wie möglich hinauszögert. Dafür ist Sheabutter wunderbar geeignet. Sie zieht tief ein, hält die Feuchtigkeit und hilft auch gegen Rötungen.

Kommen wir zur Feuchtigkeit. Ich empfehle ein schönes Hydrolat, denn anders als schnödes Wasser nehmen wir so auch gleich die Wirkstoffe von Pflanzen mit. Für trockene, empfindliche Haut empfehle ich Lavendelwasser, es beruhigt, hemmt Entzündungen und stillt Juckreiz. Wem Lavendel nicht so zusagt (ich bin nicht der größte Lavendelfan), der sollte Orangenblütenwasser probieren. Der herb-fruchtige Duft ist der Hammer und es beruhigt auch trockene entzündliche Haut.

Als Emulgator empfehle ich Lamecreme, denn der gibt zum einen Konsistenz und ist meine erste Wahl bei Cremes mit höherem Fettgehalt. Dazu hat er die tolle Eigenschaft, mattierend zu wirken, was man bei einem Creme-Fettgehalt von 30 Prozent gut brauchen kann.

Und als kleines Extra, um die Feuchtigkeit noch besser zu binden, nehme ich ein paar Tropfen vom Hyalomuco. Das ist ein fertiges Präparat aus Hyaluronsäure (mindert Trockenheitsfältchen, speichert Feuchtigkeit), Chitosan (antimikrobiell), Harnstoff (unterstützt die Zellen bei der Wasserspeicherung), Allantoin (hilft bei der Zellerneuerung) und d-Panthenol (Wundheilung).

Zusätzlich zur Creme habe ich sehr gute Erfahrungen mit einem Feuchtigkeitsgel gemacht, das ich zuerst auftrage, leicht einziehen lasse und dann die Creme drüberschmiere. Dadurch bleibt die Haut lange weich und gut befeuchtet.

Gesichtscreme für trockene, empfindliche Haut

Für 100 g

  • 7 g Mandelöl
  • 5 g Arganöl (oder Jojoba-/Aprikosenkernöl)
  • 3 g Hanföl (optional)
  • 10 g Sheabutter
  • 5 g Lamecreme
  • 60 g Lavendel- oder Orangenblütenwasser
  • 10 g Aloe Vera-Gel
  • 1 g Hyalomuco (optional)
  • 20 Tr. Biokons
  • 20 Tr. ätherisches Lavendelöl oder Orangenöl

Gebt zuerst das Mandelöl, das Arganöl, die Sheabutter und den Emulgator in den Mixtopf und schmelzt alles 2:30 Min. / 65°/ St. 1,5 auf.

Schüttet dann das Aloe-Vera-Gel und das Hydrolat zu und mixt es 3 Min / 65° / St. 4 richtig durch. Mit dem Spatel anschließend die Milch von den Rändern nach unten streichen. Enthält die Milch noch Klümpchen, nochmal 30 Sek. bei 65° St. 4 mixen.

Jetzt den kleinen Deckel abnehmen und 6 bis 9 Min. / St. 1 kühl rühren. Die Temperaturanzeige sollte sich auf 37° abgekühlt haben.

Jetzt werdet ihr feststellen, dass sich auch die Creme zusammengezogen hat und cremig geworden ist. (Falls nicht, mit dem Rezept fortfahren und anschließend in den Kühlschrank stellen)

Jetzt das Hanföl, das Hyalomuco, Biokons und ätherisches Öl zugeben und nochmal 1 Min. / St. 3 mixen.

In einen oder zwei saubere, mit hochprozentigem Alkohol ausgewischte Tiegel füllen. Deckel erst nach einer Viertel bis halben Stunde aufschrauben, damit die Creme vollständig abkühlen kann und sich kein Kondenzwasser im Deckelinneren bilden kann. Denn sonst gammelt die Creme schnell.

Ganz normal im Bad aufbewahren. Bei zwei Dosen, die nacheinander aufgebraucht werden, eine im Kühlschrank lagern.

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Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass ich keine ausgebildete Medizinerin oder Kosmetikerin bin. Ich betreibe diesen Blog und die DIY-Kosmetik als Hobby, alle meine Aussagen über Wirkungsweisen und Eigenschaften von Rohstoffen und Rezepten basieren auf meiner persönlichen Erfahrung. Da aber jeder Mensch anders ist, ist es möglich, dass einzelne Produkte oder Rohstoffe bei dir anders wirken als bei mir. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich hier weder eine Linderung von Problemen oder gar Krankheiten verspreche oder garantiere. Wenn du meine Rezepte nachmixt, geschieht das auf eigenes Risiko.

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