Für schöne Haare

Cremige Haarkur für trockene Längen

In letzter Zeit hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit meinem Haarshampoo. Genauer gesagt, meine Haare und mein Shampoo sind nicht mehr so richtig beste Freunde. Vor einem halben Jahr habe ich die Pille abgesetzt. Zum Glück bin ich von den meisten damit einher gehenden Nebenwirkungen bisher verschont geblieben.

Aber ich habe festgestellt, dass meine Haare seitdem viel schneller fettig werden. Habe ich sie gewaschen und sie sind wieder trocken, sind sie nah an der Kopfhaut schon wieder fettig. Nun fragte ich meine Kosmetikdealerin um Rat. (In Hannover gibt es einen ganz tollen Laden für kosmetische Rohstoffe, er heißt Kosmetik Basar.) Und sie riet mir, komplett auf Öl in meinem Shampoo zu verzichten, um auch das Restfett von den Haaren zu nehmen. Das Problem ist nur, dass meine langen Haare in den Strähnen und an den Spitzen eher trocken sind. Denen gefällt die Null-Öl-Politik natürlich gar nicht.

Cremige Haarkur für trockene Längen

Also war es an der Zeit, mich endlich mal mit dem Thema cremige Haarkur zu beschäftigen. Denn meine Sprühkur war leer und ich hatte das Gefühl, dass meine Haarlängen mal etwas Stärkeres als Wasser mit etwas Öl vertragen konnten.

Das Dreamteam bei cremigen Haarprodukten ist ohne Frage Cetylalkohol und Kurquat. Cetylalkohol ist ein Coemulgator und wirkt weichmachend, glättend und nicht fettend. Dazu gibt es der Creme Konsistenz. Kurquat wirkt ähnlich wie Silikone, es legt sich um das Haar herum, glättet es, macht es auch nass leichter kämmbar und verhindert statische Aufladung. Und bevor jetzt wer brüllt: Kurquat lässt sich mit der nächsten Haarwäsche wieder rückstandslos entfernen (anders als Silikone, die auf dem Haar haften bleiben) und trocknet das Haar nicht aus. Zum Einsatz kommen die beiden Emulgatoren im Verhältnis 3:1, also drei Teile Cetylalkohol und ein Teil Kurquat.

Arganöl für kräftiges Haar, Sheabutter für die Rückfettung

Für den Fettanteil in der Creme empfehle ich Arganöl. Es ist ein nicht trocknendes Öl, das mit seinem hohen Vitamin E-Gehalt die Haare kräftigt. Dazu kommt Sheabutter, zum einen wegen der Konsistenz, zum anderen, weil Sheabutter rückfettend und glättend wirkt.

Der Part der Feuchtigkeitsbindung wird vom Aloe Vera-Gel übernommen, das dieses Mal komplett den Wasseranteil übernimmt. Dazu kommt etwas Glycerin und etwas Panthenol. Beide mildern die Wirkung des entfettenden Haarshampoos. (Wobei mein Haarshampoo ohnehin nur auf Betain basiert und nicht mit konventionellen Tensiden gemischt ist, die Haar und Kopfhaut angreifen.)

Lass deinen Haaren mal Zeit

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kur am besten mit einer kleinen Einwirkzeit funktioniert. Also nach dem Haarewaschen raus aus der Dusche, Haare etwas ins Handtuch drücken und dann eine teelöffelgroße Menge in den Haarlängen verteilen (wenn ihr mittellange Haare habt, nehmt weniger). Danach das Haar mit etwas Frischhaltefolie umwickeln, damit das gute Zeug nicht ins Handtuch entschwindet, Handtuch drüber und eine halbe Stunde ruhen lassen. Reste anschließend mit klarem Wasser ausspülen.

Bei der ersten Anwendung dachte ich noch: „Oh Gott, da ist so viel Fett drin, da muss das Haar doch fettig werden“. Stimmt aber überhaupt nicht, es lässt sich prima rauswaschen und zurück bleiben ganz weiche, seidige Haare, die sich überhaupt nicht mehr trocken und strohig anfühlen.

Haarkur für trockene Längen

Zutaten für ca. 100g:

  • 10 g Sheabutter
  • 4 g Arganöl
  • 6 g Cetylalkohol
  • 2 g Kurquat
  • 80 g Aloe Vera Gel (gekauft oder selbst gemacht)
  • 1 g Glycerin
  • 1 g D-Panthenol
  • 20 Tr. Biokons
  • 15 Tr. ätherisches Öl nach Wahl (z.B. Rosmarin, Melisse, Pfefferminz oder Lavendel)

Arganöl, Sheabutter, Cetylalkohol und Kurquat 4 Min. / 70 ° / St. 1 schmelzen. Es kann passieren, dass bis dahin noch nicht alle Plättchen restlos aufgeschmolzen sind, das ist aber nicht schlimm.

Dann Aloe Vera zugeben und alles 1.30 Min /65° /St. 3 mixen. Anschließend auf Stufe 1 kühl rühren, bis die Temperaturanzeige 37° erreicht (dauert so etwa 15 Min.)

Jetzt Glycerin, D-Panthenol, Biokons und ätherische Öle zugeben und 20 Sek./St. 2 unterrühren. Etwas Creme abnehmen, in destilliertem Wasser lösen und pH-Wert-Probe machen. Ist die Creme im leicht sauren Bereich,ist alles gut. Wenn nicht, mit einem Tropfen Zitronensäure nachkorrigieren.

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