Basics,  Deo

Mein bestes Deo – als Roll-on

Zeit meines Lebens habe ich mit Deo nicht so gute Erfahrungen gemacht. „Stoppt den Schweiß“, „hält 48 Stunden“ und so weiter: Diese schönen Werbeversprechen hielten bei mir meist nicht mal zwei Stunden. Danach hatte ich wieder Wasserflecken unter den Armen und musste relativ zeitnah nachdesodorieren, sonst hätte ich eine unappetitliche Duftwolke um mich gehabt. Egal, ob Sprühdeo, Roll-on oder Stick, der Effekt war immer der gleiche.

Allerdings habe ich mich lange nicht getraut, ein Deo selbst zu mixen. Wahrscheinlich, weil es hier um ein sensibles Thema geht und ich zu viele Berichte gelesen habe, was passiert, wenn es nix wird. Aber irgendwann habe ich mir dann einen Ruck gegeben. Hey, außer, dass sich nix verändert, kann es ja nicht schlimmer kommen, oder?

Das erste Deo, mit dem ich nicht gleich wieder rieche

Und man mag es kaum glauben, aber: Es wurde sogar besser! Ich schwöre, ich flunkere nicht, wenn ich sage: Das selbstgemachte Deo ist tatsächlich das erste, bei dem meine Klamotten abends nicht durchdringend nach Schweiß riechen. Und es hält bei mir gut und gerne acht Stunden, für einen normalen Arbeitstag ohne körperliche Anstrengung reicht es dicke.

Die Zauberzutat findet ihr in fast jeder Küche. Sie heißt Natron. Wie wir wissen, liegt der PH-Wert der Haut im leicht sauren Bereich. Dadurch ist natürlich auch Schweiß sauer, denn er soll den Säureschutzmantel der Haut ja nicht stören. Frischer Schweiß riecht nach nichts. Doch trocknet er, bilden sich Bakterien, die die Reststoffe abbauen – und dabei entsteht der Gestank. Was also tun? Richtig, verhindern, dass die Bakterien kommen. Und das geht am einfachsten, indem man eine Umgebung schafft, in der sie nicht leben können. Natron ist basisch und verändert den PH-Wert der Haut von sauer auf basisch. Und das können Bakterien gar nicht ab.

Vorsicht: Natron-Deo erstmal in Ruhe testen

Allerdings ist Natron nicht für alle Hauttypen gleichermaßen gut verträglich. Um die Haut zu schonen und bei der Bakterienbekämpfung zu helfen, kommt Kokosöl mit rein. Dazu empfehle ich einen Teeaufguss oder ein Hydrolat mit Salbei, auch das wirkt antibakteriell. Und mein geliebtes Aloe Vera-Extrakt spendet der Haut Feuchtigkeit. Wer unter sehr empfindlicher Achselhaut leidet und kleine Pickelchen hat (nicht vom Rasieren), der kann ein bisschen Zinc PCA untermischen. Ich empfehle aber immer, das Deo zuerst zu Hause in Ruhe zu testen und nicht kurz vorm Termin. Denn wenn ihr Natron (was selten vorkommt, aber es kommt vor) gar nicht vertragt, dann muss es direkt weg.

Und zu guter Letzt macht Stärkemehl das Deo nicht nur cremig, es nimmt auch etwas Schweiß auf. Denn einen klitzekleinen Nachteil hat selbstgemachtes Deo. Es verhindert nicht, dass man schwitzt. Aber ganz ehrlich: Das soll es eigentlich auch nicht. Denn Schwitzen ist ein natürlicher Vorgang, die Natur hat sich dabei schon was gedacht. Ich habe aber vollstes Verständnis, wenn die nassen Flecken unter den Achseln stören, mir ist das auch peinlich. Doch dafür gibt’s in der Drogerie Klebepads, die man sich einfach in die Kleidung klebt und die das Wasser aufnehmen. Funktioniert super.

Adieu, gelbe Schweißränder

Dadurch hat es aber einen anderen Vorteil: Es hinterlässt auf weißer Kleidung nicht nach und nach gelbe Schweißränder. Denn die entstehen nicht etwa durch den Schweiß allein, sondern durch die Reaktion mit den Aluminiumsalzen. Die werden normalem Deo oft beigemischt, weil sie den Schweiß unterdrücken (wenn’s denn funktioniert). Da aber gerade heftig gestritten wird,ob das Zeug krebserregend ist, will das eh niemand auf der Haut.

Und noch ein Tipp: Da das Deo Fett enthält, tupft euch die Achseln etwas ab, bevor ihr empfindliche Kleidungsstücke etwa aus Seide anzieht oder wartet ein halbes Stündchen, bis alles getrocknet und eingezogen ist. Ich habe mich nämlich schon mehrfach direkt wieder umziehen müssen, weil ich dunkle Fett- und Wasserstreifen vom Deo auf dem Shirt hatte.

Nu aber genug gequatscht, ran an den Mixtopf!

Mein bestes Deo – als Roll-on

Zutaten für einen Roll-on

  • Ein leerer Roll-on, aus Plastik oder Glas (gekauft oder ausgewaschen)
  • 80 g destilliertes Wasser oder Salbeihydrolat
  • bei Wasser: 5 bis 7 Blätter Salbei oder ein Beutel Salbeitee
  • 1 TL Natron
  • 1/2 TL Stärkemehl
  • 5 g Kokosöl
  • 1 Tropfen Lysolecithin
  • 3 g Aloe Vera-Extrakt (optional)
  • 1 g Zinc PCA (optional)
  • 20 Tr ätherisches Öl (am besten was Frisches wie Limette oder/und was Krautiges wie Salbei oder Rosmarin)

Mit destilliertem Wasser: Wasser 2 Min/100 °C/ St. 1 aufkochen. Salbeiblätter oder Tee zugeben und 3 Min/Linkslauf/St. 1 ziehen lassen. Blätter entfernen.

Stärke in den Teeaufguss geben oder mit dem Hydrolat in den Mixtopf schütten. 2 Min/100 °C /St. 2 aufkochen lassen. Abkühlen lassen. Ist es zu dünnflüssig, nochmal etwas Stärke zugeben und nochmal aufkochen. Dann auf 37 Grad abkühlen lassen. Das ist wichtig, denn ab 50 Grad bildet Natron mit Wasser Natronlauge und die ist ganz schlecht für die Haut.

Jetzt Natron, Kokosöl, Aloe Vera-Extrakt, Zinc PCA und Lysolecithin zugeben und 1 Min/St. 3 mixen. Das Natron sollte sich gelöst haben. Dann ätherische Öle zugeben und nochmal 20 Sek./St. 3 mixen.

Mit einem Trichter in den Roll-on gießenund fertig. Wie normales Deo verwenden.

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Aus rechtlichen Gründen weise ich darauf hin, dass ich keine ausgebildete Medizinerin oder Kosmetikerin bin. Ich betreibe diesen Blog und die DIY-Kosmetik als Hobby, alle meine Aussagen über Wirkungsweisen und Eigenschaften von Rohstoffen und Rezepten basieren auf meiner persönlichen Erfahrung. Da aber jeder Mensch anders ist, ist es möglich, dass einzelne Produkte oder Rohstoffe bei dir anders wirken als bei mir. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich hier weder eine Linderung von Problemen oder gar Krankheiten verspreche oder garantiere. Wenn du meine Rezepte nachmixt, geschieht das auf eigenes Risiko.

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