Gesichtspflege

Herbst-Gesichtscreme

Nun ist er wirklich da, der Herbst. Morgens ist es kalt draußen, die ersten Bäume werden schon kahl und bei uns zu Hause läuft wieder die Heizung. Zeit für eine neue Gesichtscreme. Denn die leichte Sommercreme kann die Bedürfnisse unserer Haut jetzt nicht mehr rundum erfüllen. Unsere Haut muss jetzt wieder mit dem schnellen Wechsel zwischen sehr kalter, feuchter Außenluft und trockener, warmer Heizungsluft klarkommen. Deshalb sollte die Creme auch etwas reichhaltiger sein.

Mein Favorit als Öl-Grundlage für Herbst- und Wintercremes ist Arganöl. Es ist ein Basisöl, das sich wie Mandelöl mittelschnell auf der Hautoberfläche ausbreitet und einzieht. Je nachdem, womit es kombiniert wird, ist es sowohl für trockene Haut als auch für fettige Haut gut geeignet. Dazu soll es die hauteigene Barrierefunktion unterstützen und auch bei Hautkrankheiten wie Akne helfen, die Haut zu regenerieren.

Arganöl hat seinen Preis

Wichtig ist aber, dass ihr beim Kauf darauf achtet, dass ihr sortenreines Arganöl erwischt. Denn weil Arganöl gerade wieder heiß begehrt auf dem Kosmetikmarkt ist, wird gern mal gepanschte und verschnittene Ware angeboten. Das Arganöl sollte also schon seinen Preis haben, wenn ihr ein Öl für ein paar Euro entdeckt, lasst lieber die Finger davon. Ich kaufe mein Arganöl zum Beispiel hier.

Als Konsistenzgeber habe ich wieder Sheabutter verwendet, es ist stark rückfettend und zieht nur langsam, aber tief ein. Das ist sinnvoll, damit unsere Haut im Herbst nicht sofort das gesamte Fett aufsaugt und dann wieder fröhlich Wasser verliert. Aus diesem Grund gebe ich auch in Herbst- und Wintercremes etwas Beeren- oder Bienenwachs dazu. Das dichtet die Hautstruktur etwas ab und mildert den Wasserverlust der Haut durch trockene Luft.

Hanföl als Allzweckwaffe für geschädigte Haut

Wer eher zu fettiger Haut neigt und eine Creme braucht, die schneller einzieht, der kann die Menge an Sheabutter halbieren und Kokosöl dazunehmen. Dadurch kann sich allerdings die Haptik der Creme verändern.

Und schließlich rundet mein geliebtes Hanföl die Mischung ab. Hanföl ist licht- und wärmeempfindlich, weshalb es immer im Kühlschrank gelagert werden muss. Es macht die Haut glatt und weich und hat eine stark entzündungshemmende Wirkung, weshalb es besonders gut geeignet für erkrankte Haut, etwa durch Akne, ist. Zudem wirkt es zellerneuernd.

Für den Wasseranteil greife ich auf die bewährte Mischung aus Rosenhydrolat (pflegt alle Hauttypen) und Aloe Vera Gel zurück, dazu kommen etwas Hyalumuco, Glycerin und D-Panthenol als Wirkstoffe.

Wie cremig soll‘ s denn sein?

Man kann diese Creme prima mit dem Emulgator Lamecreme herstellen, das habe ich bisher immer gemacht. Heraus kommt dann eine sehr cremige, kompakte Textur. Denn Lamecreme ist für höhere Fettgehalte (30 bis 40 Prozent) gemacht, enthält selbst schon Konsistenzgeber und hinterlässt auf der Haut einen Film, sodass sich vor allem trockene Haut lange eingecremt fühlt. Wer das nicht mal oder fettige Haut hat, dem empfehle ich stattdessen die Kombi aus Emulsan und Cethylalkohol. Denn Cethylalkohol bewirkt, dass die Creme schneller einzieht und weniger fettig und glänzend auf der Haut aussieht. Da Cethylalkohol aber wasserunlöslich ist, braucht er einen zweiten Emulgator, damit aus Wasser und Öl eine Creme wird.

Kommen wir zum Duft. Hier bietet sich was Schönes, Herbstliches an. Wie wäre es zum Beispiel mit etwas Orange oder Mandarine, die fruchtig und stimmungsaufhellend wirken? Ein bisschen Nelke dazu riecht nicht nur angenehm, es wirkt auch gegen Entzündungen. Auch etwas Bittermandel in Kombi mit Orange ist schön, das riecht schon ein bisschen nach Weihnachten. Wer‘ s nicht so fruchtig mag, kann auch zu Benzoe oder etwas Holzigem wie Zedernholz oder Sandelholz greifen. Ich bin da aber nicht so der Typ für, deshalb müsstet ihr selbst gucken, in welcher Dosierung euch der Duft am besten gefällt.

Herbst- Gesichtscreme

Zutaten für ca. 100 g

  • 13 g Arganöl (wenn ihr kein Hanföl nehmt, dann 15 g)
  • 8 g Sheabutter (oder 4 g Sheabutter und 4 g Kokosöl)
  • 6 g Lamecreme (oder 4 g Emulsan und 2 g Cethylalkohol)
  • 52 g Rosenhydrolat
  • 15 g Aloe Vera Gel (gekauft oder selbst gemacht)
  • 3 g Hanföl
  • 2 g Glycerin
  • 2 g D-Panthenol
  • 1 g Hyalumuco
  • 20 Tr. Biokons
  • 15 Tr.ätherisches Öl nach Wahl (z. B. Orange, Mandarine, Nelke, Benzoe etc.)

Zuerst das Arganöl, die Sheabutter (Kokosöl) und die Lamecreme (Emulsan und Cethylalkohol) 3 Min. / 65° /St. 1 schmelzen.

Rosenhydrolat und Aloe Vera Gel zugeben und 2 Min. /65° /St. 3 mixen, bis sich eine Milch ohne Stückchen gebildet hat. Dann den kleinen Deckel abnehmen und bei Stufe 1 solange rühren lassen, bis die Mischung 37° erreicht hat.

Durch das Abkühlen zieht sie sich zusammen. Wenn sie allerdings noch sehr flüssig ist, gebt eine Teelöffelspitze Xanthan dazu und mixt die Creme nochmal 20 Sek. /St. 3. Aber Achtung: lieber weniger Xanthan nehmen, sonst ist eure Creme nachher zu fest.

Wenn sie kühl ist, das Hanföl, das Glycerin, das Hyalumuco, das D-Panthenol, das Biokons und die ätherischen Öle zugeben und nochmal 30 Sek. /St. 2 mixen.

In saubere Tiegel füllen und den Deckel erst nach etwa einer halben Stunde aufsetzen, wenn die Creme komplett kalt ist. Sonst bildet sich Schwitzwasser und dann fängt die Creme an zu gammeln.

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